Fußfehlstellungen als Ursache für Wadenkrämpfe

Hilfe bei Magnesiummangel-bedingten Muskelkrämpfen

Viele Menschen dürften mit dem Phänomen vertraut sein, insbesondere nachts: Plötzlich treten schmerzhafte Muskel­krämpfe in den Beinen auf. Dieses unangenehme Gefühl kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden, darunter höheres Lebensalter, Schwan­ger­schaft, intensives körperliches Training, Elektrolytstörungen, Dialyse sowie Stoffwechselerkrankungen. In den meisten Fällen sind die Ursachen jedoch unklar. Magnesiummangel kann in einigen Fällen die Ursache für Muskelkrämpfe sein. Magnesium spielt eine wichtige Rolle in vielen Stoffwechselprozessen und trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei.

Wie wirkt Magnesium im Körper?

Magnesium ist ein essenzielles Mineral, das in unserem Körper vielfältige Aufgaben erfüllt. Es spielt eine entscheidende Rolle in zahlreichen biochemischen Prozessen, die für unser Wohlbefinden von großer Bedeutung sind. Dazu gehören die Muskelkontraktion, die Regulation des Blutdrucks, die Herzgesundheit und die Nervenfunktion. Ein ausgeglichener Magnesiumspiegel ist daher unerlässlich, um den Körper optimal funktionieren zu lassen.

Magnesium ist an der Aktivierung von über 600 Enzymen1 beteiligt und wirkt als Cofaktor bei vielen Stoffwechselprozessen. Dieses Mineral unterstützt die Muskulatur, indem es die Kontraktion und Entspannung der Muskeln reguliert. Ein Mangel an Magnesium kann zu Muskelkrämpfen führen. Die Einnahme von Magnesium kann somit bei Muskelkrämpfen sinnvoll sein, die auf einem Mangel an Magnesium beruhen.

Welche Lebensmittel enthalten viel Magnesium?

Magnesium ist in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln in ausreichender Menge vorhanden.1

Magnesiumreiche Lebensmittel1

  • Kerne und Samen wie Mandeln, Sonnenblumen- und Kürbiskerne sowie Leinsamen und Sesam  
  • Getreideprodukte aus Vollkorn
  • Kakaopulver und Bitterschokolade  
  • Hülsenfrüchte (z. B. Kidneybohnen, Linsen, Erbsen)  
  • Grünes Blattgemüse (z. B. Mangold, Blattspinat)  
  • Fisch (z. B. dorschartige Fische) und Meeresfrüchte (z. B. Garnelen)  
  • Fruchtsäfte (z. B. schwarzer Johannisbeersaft)  
  • Wasser liefert ebenfalls Magnesium. Beim Leitungswasser, Quell- und Mineralwasser kommt es auf die Quelle bzw. den Härtegrad an. Härteres Wasser weist höhere Konzentrationen auf als weiches.

Magnesiummangel als Ursache für Krämpfe

In einer epidemiologischen Untersuchung wurde gezeigt, dass rund 10 % der erwachsenen Bevölkerung Serum-Mg-Konzentrationen aufwiesen, die auf einen erheblichen Magnesiummangel schließen lassen.2 Die Gründe für einen Magnesiummangel im Körper und die daraus resultierenden Muskelkrämpfe können u. a. folgende sein:

Mangel-Ernährung: Eine unzureichende Aufnahme von Magnesium durch die Nahrung, insbesondere bei Diäten, die arm an magnesiumreichen Lebensmitteln sind.

Malabsorption: Bestimmte Erkrankungen des Verdauungssystems, wie Morbus Crohn oder chronische Durchfälle, können die Aufnahme von Magnesium aus der Nahrung beeinträchtigen.

Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie Diuretika (harntreibende Mittel), können die Ausscheidung von Magnesium über den Urin erhöhen und so zu einem Mangel führen. Einige Medikamente können dazu führen, dass Magnesium schlechter im Darm aufgenommen oder es verstärkt ausgeschieden wird. Problematisch sind vor allem Magensäureblocker (Protonenpumpenhemmer) sowie Entwässerungs- und Abführmittel.

Alkoholmissbrauch: Alkoholkonsum kann die Ausscheidung von Magnesium über die Nieren steigern und zu einem Mangel beitragen.

Schwangerschaft und Stillzeit: Der Bedarf an Magnesium steigt während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Sport: Viel Sport kann den Bedarf an Magnesium ebenfalls erhöhen, da durch die körperlichen Aktivitäten vermehrt Mineralien und Elektrolyte durch Schwitzen ausgeschieden werden.

Stress: Die Stresshormone regen die Zellen an, mehr Magnesium aus den Speichern ins Blut freizusetzen. Diesen Überschuss kompensiert der Körper allerdings mit der vermehrten Ausscheidung über den Urin und der Magnesiumspiegel sinkt. Spürbar wird das meist durch Lidzucken oder Muskelkrämpfe.

Alter: Mit zunehmendem Alter kann die Fähigkeit des Körpers, Magnesium zu absorbieren, abnehmen.

Diabetes: Menschen mit Diabetes können ein höheres Risiko für Magnesiummangel haben. Aufgrund der erhöhten Blutzuckerwerte erfolgt eine erhöhte Ausscheidung, sodass mit dem Urin vermehrt Mineralstoffe ausgeschieden werden.

Nierenerkrankungen: Nierenerkrankungen können die Ausscheidung von Magnesium im Urin erhöhen.

Es ist wichtig zu beachten, dass ein Magnesiummangel nicht zwangsläufig Muskelkrämpfe verursacht, und nicht alle Muskelkrämpfe sind auf einen Magnesiummangel zurückzuführen. Die genauen Mechanismen, wie ein Magnesiummangel Muskelkrämpfe verursacht, sind komplex und noch nicht vollständig verstanden. Die Behandlung eines magnesiumbedingten Mangels kann jedoch die Symptome lindern und die Krämpfe reduzieren. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Muskelkrämpfen ist es wichtig, ärztlichen Rat einzuholen, um die genaue Ursache festzustellen und angemessene Maßnahmen zur Behandlung zu ergreifen.

Therapieoptionen für Magnesiummangel-bedingte Muskelkrämpfe

Magnesiumpräparate als Ergänzung

Wenn es schwierig ist, genügend Magnesium allein durch die Ernährung aufzunehmen, kann die Einnahme von Magnesiumpräparaten eine sinnvolle Ergänzung sein.

Therapieoptionen

Für die Behandlung Magnesiummangel-bedingter Muskel­krämpfe kann die Einnahme von Magnesiumpräparaten hilfreich sein. Es kann jedoch einige Zeit dauern, bis sich die Symptome verbessern. In einigen Fällen kann es auch notwendig sein, andere Therapieoptionen wie Dehnübungen, physikalische Therapie oder Medikamente in Betracht zu ziehen. Eine Ärztin oder ein Arzt kann Sie dabei am besten beraten. Ein Behandlungsversuch mit Magnesium kann erfolgen, obwohl die Studienlage keine ausreichend gesicherte Wirksamkeit bei Muskelkrämpfen erkennen lässt.3

Welche Arten von Magnesiumpräparaten gibt es?

Magnesium kann als Medikament oder Nahrungsergänzung gekauft werden. Es gibt verschiedene Formen von Magnesium-Verbindungen, darunter Magnesiumcitrat, Magnesiumoxid, Magnesiumglycinat und einige mehr. Es ist ratsam, vor der Einnahme eines neuen Präparats eine Ärztin oder einen Arzt zu konsultieren oder sich in der Apotheke beraten zu lassen.

Unterschied zwischen magnesiumhaltigen Arzneimitteln Nahrungsergänzungsmittel:

Laut Definition gehören Nahrungsergänzungsmittel zu Lebensmitteln. In Form einer Nahrungsergänzung wird Magnesium vor allem vorbeugend eingenommen. Im Gegensatz zu magnesiumhaltigen Arzneimitteln werden Nahrungsergänzungsmittel nicht nur in Apotheken, sondern auch in Drogerien oder Supermärkten verkauft. Zu beachten ist jedoch, dass in Apotheken auch fachgerechte Beratung über die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen von Nahrungsergänzungsmitteln erhalten kann.

Der entscheidende Unterschied aber liegt in der behördlichen Zulassung, die Jahre dauern kann. Bei einem Magnesium-Medikament gibt es einen in Studien erbrachten Nachweis über die Qualität, die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit sowie eine systematische Überwachung nach der Zulassung des Arzneimittels. Magnesiumhaltige Arzneimittel bzw. Medikamente werden krankheitsbezogen verschrieben, wenn ein Magnesiummangel bereits zu krankhaften Beschwerden geführt hat. Sie unterliegen einer behördlichen Zulassung, bei der die Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit durch Studien nachgewiesen werden müssen. Nach ihrer Zulassung werden sie systematisch überwacht. 

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Magnesium auftreten?

Die Einnahme von Magnesiumpräparaten ist in der Regel sicher, wenn die empfohlene Dosierung eingehalten wird. Allerdings können in einigen Fällen Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören Magen-Darm-Beschwerden, wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. 

Eine Überdosierung von Magnesium ist selten, kann jedoch schwerwiegende Nebenwirkungen haben, einschließlich Herzrhythmusstörungen und Atemproblemen.

Symptome von zu viel Magnesium

Die Einnahme von Magnesiumpräparaten ist in der Regel sicher, wenn die empfohlene Dosierung eingehalten wird. Allerdings können in einigen Fällen Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören Magen-Darm-Beschwerden, wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. 

Eine Überdosierung von Magnesium ist selten, kann jedoch schwerwiegende Nebenwirkungen haben, einschließlich Herzrhythmusstörungen und Atemproblemen.

Was sollten Personen beachten, die bei Muskelkrämpfen Magnesium einnehmen möchten?

  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an magnesiumreichen Lebensmitteln ist.
  • Konsultieren Sie eine Ärztin bzw. einen Arzt, um die richtige Dosierung und Art des Magnesiumpräparats für Ihre Bedürfnisse festzulegen.
  • Beachten Sie die möglichen Nebenwirkungen und Symptome einer Überdosierung und halten Sie sich an die empfohlenen Dosierungen.
  • Setzen Sie Magnesium nicht eigenmächtig als Ersatz für andere medizinische Behandlungen ein, sondern sprechen Sie mit einer Ärztin oder einem Arzt über geeignete Therapieoptionen.
  • Halten Sie sich an die empfohlenen Dosierungen und befolgen Sie die Verzehrempfehlungen bei Nahrungsergänzungsmitteln oder die Angaben in der Gebrauchsinformation von Arzneimitteln.

1 Deutsche Gesellschaft für Ernährung. https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-magnesium/#c3592 Aufgerufen am 28.11.2023.
2 Vormann J. Physiologie und Pathophysiologie von Magnesium. Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin 2010; 1: 8–13.
3 Garrison S R et al. Magnesium for skeletal muscle cramps. Cochrane Database Syst Rev. 2020 Sep 21; 9(9): CD009402.