Fußfehlstellungen als Ursache für Wadenkrämpfe

Krämpfe in Beinen, Füßen und Gesäß

Zusammenhang und Ursachen

In unseren Beinen, Füßen und auch im Gesäß befinden sich eine Vielzahl von Muskeln, bei denen es zu Muskelkrämpfen kommen kann. Wir erklären Ihnen, wie es zu diesen Verkramp­fungen kommen kann und was Sie tun können, um ihnen vorzubeugen. Auch geben wir Ihnen hilfreiche Tipps, was Sie im Fall eines akuten Krampfes tun können, um die beteiligten Muskelpartien wieder zu lockern.

Was ist ein Muskelkrampf?

Ein Muskelkrampf ist ein plötzliches schmerzhaftes und unkontrollier­bares Zusammen­ziehen eines Muskels oder einer Muskelgruppe. Krämpfe und Verspannungen zeigen sich oft im Schulter- und Nacken­bereich oder im Rücken. Auch können sie in den Armen, Händen und Fingern oder in den Beinen, Füßen und sogar im Gesäß vorkommen.

Mögliche Ursachen für Muskelkrämpfe

Warum es zu Muskelkrämpfen kommt, ist noch nicht genau geklärt. Als mögliche Ursachen kommen in Frage:

  • Falsche Körperhaltung
  • Überlastung der Muskulatur
  • Stress
  • Verletzungen
  • Vorerkrankungen der Gefäße (Thrombosen der tiefen Beinvenen, chronische Durchblutungsstörungen, Krampfadern)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats und des Skeletts
  • Bewegungsmangel
  • Unausgewogene Ernährung
  • Ungleichgewicht der Elektrolyte
  • Nebenwirkungen von Medikamenten (Cholesterinsenker, hormonelle Verhütungsmittel, Blutdrucksenker, bronchienerweiternde Arzneimittel, Chemotherapeutika etc.)
  • Erkrankungen (Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz, Schilddrüsenunterfunktion [Hypothyreose])
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Alkohol- und Tabakkonsum
     

Wie häufig treten Muskelkrämpfe auf und bei wem?

Wird ein Muskel beansprucht, zieht sich dieser bei der Belastung zusammen und entspannt sich wieder bei der Entlastung. Wird ein Muskel stark belastet, z. B. beim Laufen oder Joggen, kann es zu einem andauernden Zusammenziehen des Muskels kommen, wodurch der Muskel verkrampft. Allerdings treten Muskelkrämpfe häufig auch am Anfang einer Bewegung auf, also wenn sich der Körper noch nicht an die Belastung gewöhnt hat, beispielsweise beim Aufstehen nach längerem Sitzen. 
Muskelkrämpfe sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Laut einer Umfrage leiden 75 % der Deutschen darunter.1 Bereits mehr als 90 % der jungen Erwachsenen haben vereinzelt Muskelkrämpfe erlebt. Mit dem Alter nimmt die Häufigkeit zu. So leiden 33 bis 50 % der über 65-Jährigen mindestens einmal pro Woche an Muskelkrämpfen.2

Warum sind Krämpfe in Beinen, Füßen und im Gesäß besonders unangenehm?

Muskelkrämpfe können vereinzelt auftreten und sind meist zwar schmerzhaft, aber nur von kurzer Dauer, z. B. während des Sports oder danach. Häufen sich allerdings die Beschwer­den, können diese zu einer Belastung und sogar zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen. Betroffene berichten über fast tägliche Muskelkrämpfe unterschiedlicher Inten­sität, Schmerzen, die teilweise erst nach Stunden vollständig abklingen, zunehmend gestörten Schlaf und Erschöpfung, die auch tagsüber anhält.

Wann zur Ärztin bzw. zum Arzt?

Häufige Muskelkrämpfe können sehr belastend sein. Wenn es immer wieder zu Muskel­krämpfen kommt und/oder diese besonders schmerzhaft sind und sich auch nicht mit Haus­mitteln und Bewegung bessern lassen, dann sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. In der Praxis können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden, um die möglichen Ursachen der Muskelkrämpfe herauszufinden und eine wirksame Behandlung zu empfehlen, die langfristig geeignet ist, Krämpfe und Schmerzen zu lindern.

Erste Anlaufstelle kann die hausärztliche Praxis sein. In manchen Fällen können Orthopädinnen bzw. Orthopäden oder Neurologinnen bzw. Neurologen zur weiteren Abklärung hinzugezogen werden.

Berufsalltag und Muskelkrämpfe

Ungünstige und einseitige Körperhaltungen wie auch eingefahrene Bewegungen im Alltag können die Ursache für verspannte, schmer­zende Muskeln sein. Hiervon sind viele Menschen betroffen, egal, ob sie im Sitzen oder im Stehen, im Büro oder in einem Operations­saal, in einem Frisörsalon oder in einem Supermarkt an der Kasse arbeiten, einen Lkw fahren oder eine Fließbandtätigkeit ausüben oder einen Sport wie Joggen oder Radfahren betreiben.
Viele dieser Tätigkeiten erfordern gleichförmige, sich wiederholende oder eingeschränkte Bewegungen, die zur Überanstrengung bestimmter Muskeln bzw. Muskelgruppen führen können.

Vor allem gezielte Übungen sowie Verhaltens­änderungen im Alltag und am Arbeitsplatz, die ein sinnvolles Gleichgewicht zwischen Bewegung und Entspannung fördern, können helfen, einseitige Belastungen zu vermeiden und Muskel­krämpfen vorzubeugen oder sie im Akutfall zu lindern.

Was hilft bei Krämpfen?

Um einen akuten Krampf zu unterbrechen, hilft oft zunächst die Entlastung des betroffenen Fußes oder Beins. Bei einem akuten Krampf, etwa in der Wade oder im Oberschenkel, kann durch Dehnen des betroffenen Muskels oder durch aktives Anspannen des entgegen­gesetzten Muskels der Krampf unterbrochen werden.

Ursächlich für Krämpfe kann ein Ungleich­gewicht des Elektrolyt­haushalts sein. Besteht beispielsweise aufgrund eines starken Magnesium­mangels ein Ungleichgewicht, kann dies zu unangenehmen Krämpfen in den Füßen und Zehen führen. 

Übersicht: therapeutische Maßnahmen
Nichtmedikamentöse Therapien

  • Konservative Therapie (Kombination aus Ausdauersport, Kräftigungsübungen und Dehnübungen)
  • Physiotherapie und Massagen
  • Lokale Wärme (Wärmflasche, Wärmepflaster, Wannenbäder)
  • Ausgewogene Ernährung
  • Ausgewogener Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt

Medikamentöse Therapien
(nur nach vorheriger Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt)

  • Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (Ibuprofen, Diclofenac)
  • Opioide (Morphin)
  • Muskelrelaxanzien (Methocarbamol, Pridinol)

Krämpfe in den Füßen und Zehen

Mitunter kann es passieren, dass sich der Fuß und die Zehen des betroffenen Beines nach unten krümmen. Diese Krämpfe lösen sich meist nach einiger Zeit. Hilfreich kann hier das Dehnen der Zehen oder eine leichte Massage der betroffenen Region sein.

Krämpfe in den Beinen und im Gesäß

Krämpfe in den Beinen, vor allem im Ober­schenkel und im Gesäß, können zentriert an nur einer Stelle entstehen oder sogar bis in den Rücken ausstrahlen. In vielen Fällen liegen hierfür muskuläre Ursachen zugrunde. Eine mögliche Ursache kann ein ständiges Anspannen der Muskulatur sein, zu dem oft Sportlerinnen und Sportler neigen. Auch ständiges Sitzen und fehlende Bewegung können diese Anspannung zusätzlich fördern.

Was hilft gegen Krämpfe in Beinen, Füßen und im Gesäß?

Muskelkrämpfe sind in der Regel keine ernsthafte Erkrankung. Wer unter Muskel­krämpfen leidet, kann aktiv etwas dagegen tun. Folgende Maßnahmen können dabei helfen, Muskel­krämpfen vorzubeugen:
 

Was tun bei Dehydratation?

In unserem Körper ist Wasser Bestandteil von Muskeln, Organen, Zellen und Knochen. Der körpereigene Wasserhaushalt sorgt dafür, dass über das Blut Nährstoffe zu Muskeln und Organen transportiert und Schadstoffe aus­geschwemmt werden.  

Bei einer Dehydratation (Dehydration, Dehydrierung) trocknet der Körper aus. Dies geschieht beispielsweise bei einer zu geringen Flüssigkeitszufuhr oder einem übermäßigen Flüssigkeitsverlust, z. B. durch starkes Schwitzen oder bei Durchfällen. Verliert der Körper Flüssigkeit, nimmt die Fließeigen­schaft des Blutes ab. In der Folge verschlechtert sich die Durchblutung – auch der Muskeln – und damit die Versorgung mit Mineralstoffen, die für die Muskelfunktion essenziell sind. Außerdem verliert der Körper u. a. Kalium, Calcium und Magnesium, sodass ein Ungleichgewicht der Elektrolyte entsteht, was zu Muskelkrämpfen führen kann.
Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist also wichtig, um den Körper optimal zu versorgen. Ein erwachsener Mensch sollte mindestens 1,5 Liter Wasser am Tag trinken; bei sportlicher Betätigung oder warmen Temperaturen etwas mehr.  

Erfahrungsgemäß neigen vor allem ältere Menschen dazu, weniger zu trinken – diese sollten daher dringend darauf achten, genug zu trinken!

Richtiges Schuhwerk und passende Strümpfe
Drücken tagsüber die Schuhe auf die Gefäße oder schnüren die Strümpfe die Beine ein, wird die Durchblutung gestört, sodass es nachts zu Krämpfen kommen kann. Auch kann falsches Schuh­werk oft zu Fehlbelastungen und somit zu Krämpfen führen. Fußfehlstellungen wie Senk- oder Spreizfuß erhöhen ebenfalls das Risiko für Muskel­krämpfe, da die Fehlstellung die Gefäße und die Durchblutung beeinträchtigt. Das richtige Schuhwerk und die passenden Strümpfe können also helfen, Muskelkrämpfen vorzubeugen.

Dehnen, Massieren und Wärme
Um einen akuten Krampf zu unterbrechen, hilft zunächst die Entlastung des betroffenen Fußes oder Beins. Bei einem akuten Krampf, etwa in der Wade oder im Oberschenkel, kann durch Dehnen des betroffenen Muskels oder durch aktives Anspannen des entgegengesetzten Muskels der Krampf unterbrochen werden.
Wärme, z. B. eine Wärmflasche oder ein heißes Bad, können die Muskulatur zusätzlich entspannen. Darüber hinaus können Dehnübungen zur Vorbeugung gegen nächtliche Krämpfe helfen.

Zusammenfassung und Ausblick

Muskelkrämpfe sind in der Regel keine ernsthafte Erkrankung. Wenn Sie unter Muskelkrämpfen leiden, können Sie aktiv etwas dagegen tun. Folgende Maßnahmen können dabei helfen, Muskelkrämpfen vorzubeugen oder diese zu lindern:

  • Dehnen Sie Ihre Muskeln regelmäßig.
  • Sorgen Sie für ausreichende Bewegung.
  • Massagen, Entspannungsübungen und Wärme, beispielsweise in Form von Bädern können helfen.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung und ausreichende Elektrolyte (Magnesium, Kalium und Calcium).
  • Trinken Sie genug – mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag und nach Anstrengungen und an warmen Tagen mehr!
  • Vermeiden Sie mechanische Reize wie eine zu schwere Decke auf den Füßen, da diese Krämpfe zusätzlich begünstigen können.
  • Tagen Sie die richtigen Schuhe und Strümpfe.
  • Tragen Sie bei Fußfehlstellungen geeignete Einlagen.
  • Verzichten Sie auf Alkohol- und Tabakkonsum!

 

Bei häufig auftretenden schmerzhaften Krämpfen oder unklaren Beschwerden suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf!